Sonntag, 6. April 2014

Drei auf einen Streich-oder- Vernunft wird genauso überbewertet!

Der Wind war frisch. Immer wieder kamen kleine Böen und verhinderten den vollkommenen Genuss heute Mittag auf der Liege im Garten. Doch die Sonne und ihre wärmenden Strahlen hatten deutlich die Übermacht. Da lag ich nun und ließ die letzte Woche noch einmal im Geiste an mir vorüberziehen. Über den letzten Sonntag und den Marathon berichtete ich ja schon. Der Montag und Dienstag verlief läuferisch im Sande. Keinen Meter legte ich im Laufschritt zurück, doch am Mittwoch -endlich!- waren wir wieder beim Laufteam dabei. In mir rumorten immer wieder Zweifel ob ich denn nicht noch einen Tag pausieren sollte. Doch die Freude am Laufen und die Umgebung hatten rasch die Zweifel verdrängt.

 

Im Laufe dieses Abend erfuhr ich auch, dass einige unserer Gruppe am Freitag am 10km Volkslauf "Rund um den Ohmbachsee teilnehmen wollten. Leider war das nur 5Tage nach dem Marathon und zwei Tage vor dem Halbmarathon, also war es Blödsinn den auch noch zu laufen....also gut ich mache mit! Am Freitag waren natürlich wieder die Zweifel an meiner Zurechnungsfähigkeit da. Mann du sollst dich schonen-nicht rennen!!! Ok, dann laufe ich wenigstens langsam....oder gebremst...oder 80%...ach Scheiß drauf-ich laufe was geht!
Und so kam es. Die ersten 5km in etwa 22:00 Minuten, doch dann kamen die Kilometer vom Sonntag hervor und ich musste kräftig beißen. Die Strecke ist etwas hügelig (minimal) aber sehr schön, doch das konnte nicht verhindern dass ich am Ende mit 44:34 ins Ziel kam. Einerseits 1 Minute über meiner Bestleistung, andererseits war ich dort auch ausgeruht gewesen. Also -Ergebnis ok! Pia übrigens war vernünftig und schaute uns nur zu :-)
Such such...
Kurz vor dem Start noch was leichtes :-)
Waren wir viele !
Einlaufen-Gelb mit Pink
Pia schaute dieses Mal nur zu
Endspurt zum Ziel
Danach-lauter glückliche Gesichter!
Gegen 22.00 Uhr waren wir wieder zu Hause-und auch etwas müde vom Lauf. 10km Läufe sind eben oft eine wahre Hetzjagd.
Samstag aber dann wollte ich ausruhen, wenigstens ein Tag. Das tat ich dann auch größtenteils-bis aufs Kegeln abends, das wollte ich mir nicht entgehen lassen :-)
Dann der heutige Tag, gaaaanz früh. Kein Mensch wach, nicht einmal die Rentner waren schon auf, nur wir. Schon um 6:30 Uhr holten wir Uschi ab. Sie sprang für Hans ein, der vernünftigerweise auf einen Start verzichtete, da ihn eine Grippe zu sehr schwächte. Uschi erfuhr also erst Samstag Mittag, das sie Sonntags früh was vor hat :-)
Der Sonnenaufgang ließ uns die kurze Schlafenszeit zumindest ein wenig vergessen.

Gegen 7:50 erreichten wir Heidelberg und fanden rasch "unser" Parkhaus welches direkt an Start und Ziel liegt. Dort parken wir jedes Mal, bequemer geht es nicht. Das Wetter war kühl und bewölkt gemeldet und wie war es- sonnig und warm. Mal wieder. Ich sag jetzt auch nichts mehr dazu. Ist eh sinnlos. Wir holten unsere Startunterlagen, liefen uns ein bisschen warm.
Probe- Zieleinlauf :-)
Völlig überraschend waren noch zwei vom Laufteam am Start und wir konnten die beiden begrüßen

Bald darauf wurde es aber "ernst". Wir begaben uns in unsere Startblöcke (es wird dort sehr genau darauf geachtet) und warteten. Ich war in der zweiten Gruppe (Zielzeit 1:45- 1:49) denn ich hatte mich schon früh angemeldet und war davon ausgegegangen frisch und ausgeschlafen zu starten. Trotzdem wollte ich, wenn möglich unter 1:50 ins Ziel kommen.
5 Minuten nach der ersten, startete unsere Gruppe. Die ersten 3,5 km etwa geht es durch die Altstadt, bevor es dann über eine Brücke auf die andere Flußsseite geht. Alles noch flach und locker. Nun ja, locker war ich nicht. Wie sollte ich angehen ? Erst einmal Tempo vorlegen für die Anstiege oder eher langsam angehen lassen.
Brücke über den Neckar bei km4. Dieses Bild ist vom letzten Jahr von Hans gemacht worden, es sah aber dieses Jahr genau so aus :-)
 Irgendwie konnte ich mich nicht entscheiden und lief einfach mit. So schnell, dass ich nicht gleich durchgereicht wurde, aber auch nicht mit hängender Zunge. Erste 5km in 24 Minuten, das passte in etwa. Kurz vor dem ersten Anstieg dann konnte ich-wie auch 2011- kurz Pia sehen, die mir auf der Schleife von km 5-7 entgegenkam. Das puschte natürlich :-)
Dann kam das erste Elend-der Philosophenweg. Von etwa 107 ging es auf 270 m hoch. Der Weg war gesäumt von Zuschauern, ein Gefühl wie bei einem Radrennen!  Leichter wurde es aber dadurch nicht wesentlich-nur man vermied eher das gehen . Bei km 10,5 war dann der höchste Punkt erreicht und nun ging es endlich bergab. Die ersten 10km in 51 Minuten, also doch dem Berg Tribut gezollt.
Streckenprofil
Ich wusste aber, da kommt noch ein ganz fieser Hubbel bei km 13 etwa, der mich regelmäßig in die Knie zwang. Und auch dieses Mal musste ich ein Stück gehen, doch sobald ich oben war ging es von nun ab steil bergab und ich überholte wieder ein paar Läufer.
Es folgte wieder eine Brücke über den Neckar, wir waren auf dem Weg zum Schloss. Noch einmal 2km Tempo erhöhen auf ebener Strecke und dann hoch! Der Anfang ist echt hart, so verdammt steil! Ich ging wieder ein Stück (langsamster Kilometer der ganze Strecke mit 7:10 Min/km) und lief wieder an,  als es flacher wurde-und von nun an fühlte ich mich doch ziemlich gut. Ich übeholte spätestens ab km 17,5 andere Läufer die auf dem Weg nach oben nun doch deutlich langsamer wurden. Hatte ich einen vielgepriesenen "Flow" ? Eher nicht, aber ich konnte gut laufen und die Pace von  5:16 war richtig gut für mich. Kilometer 19-geschafft- es ging nun bergab! Und wie ! Enge Kurven, Kopfsteinpflaster und steiles Gefälle forderten Konzentration und Mut zum Risiko. Ich gab Gas, entweder hopp oder topp und konnte wieder ein paar vor mir überholen. Km 20-gleich kommt die Zielgerade. Da ist sie! Über die Pflasterstraße geht es schier endlos, aber eben Richtung Ziel. Links und rechts Zuschauer die anfeuerten und du dazwischen. Km 20 in 4:05 Minuten , Kilometer 21 sogar in 3:57 (!). Dann endlich ,links um die Ecke und ab durchs Ziel!
Zeit 1:47:23 und damit zwar eine Minute langsamer als letztes Jahr, aber ich hatte trotzdem nicht damit gerechnet nach so einer Woche!
Die Strecke. Unten der Start, links die kleine Schlaufe und dann der Philosophenweg.


Ich verschnaufte mich kurz, ging rasch zum Auto und wieder zurück zur Strecke um mit Pia und Uschi die letzten paar Hundert Meter zusammen zu laufen. Ich lief also langsam gegen den Strom und versuchte die beiden zu erspähen. Endlich sah ich sie kommen. Das Warten war mindestens genau so nervenaufzehrend wie zu laufen. Zusammen mit den beiden lief ich nun noch einmal die letzten 300m Richtung Ziel, feuerte sie an, puschte sie noch einmal- dann waren auch sie durch.
Pia hatte ihre Zeit von 2011 um 4 Sekunden steigern können und mit 2:17:09 den Lauf beendet.
Zusammenfassung:
Die Woche war hart, aber machbar. Drei Wettkämpfe -ein Marathon, ein Zehner und ein Halbmarathon in sieben Tagen zehrt am Körper und ist bestimmt nicht gerade gesund. Aber wenn nicht jetzt mal probieren-wann dann? Wenn sich einmal die Chance ergibt dann sollte man sie ergreifen. Hätte schief gehen können, ging aber nicht schief sondern hat verdammt viel Spaß gemacht. Läufer machen gerne mal verrückte Sachen und das macht doch den Spaß auch aus. Langweilig und angepasst-bieder können wir auch noch später werden-diese Woche war nicht die rechte Zeit dazu und wenn es nach mir geht, wird sie es auch nie sein.

Kommentare:

Blumenmond hat gesagt…

Jaja... so alt und kein bisschen weise. :-) Es hat Spaß gemacht und nix ist passiert. Von daher: Alles richtig gemacht. Aber über den Kuchen so kurz vor dem Lauf komm ich immer noch nicht weg. :-)

Gerd hat gesagt…

Das siehts Du alter Mann mal was wirklich geht. Wobei Du im gegensatz zu mir auch noch schnell bist.
In drei Wochen sieht´s bei mir ja ähnlich aus. Donnerstags 12h-Lauf und Sonntags Marathon. Aber wie Du gezeigt hast, machbar! ;-)
Ich wübsche Dir eine gute Regeneration!

Markus hat gesagt…

Wunderbares Programm mit so wunderbaren Läufen.
Und das du nach deiner Leidenszeit schon wieder solche Zeiten laufen kannst: Respekt!

Martin hat gesagt…

@Anja:
Ach der Kuchen war doch lecker, dafür gab es gestern nach dem Zieleinlauf erst einmal ein Leberkäs-Brötchen :-)
@Gerd:
An einen 12 Stundenlauf habe ich mich noch nicht gewagt, steht aber auf meiner Liste. Und du schaffst das sowieso ! :-)
@Markus:
Aber jetzt wird erst einmal wiedre langsam genmacht Matkus. Normale Läufe und keine Pace mehr :-)

weinbergschnecke hat gesagt…

Vernunft, Vernunft, Vernunft, was soll das mit Vernunft! Zumindest dir gibt der Erfolg recht: Vernunft wird überbewertet ... ich trau mich allerdings nicht, das zu generalisieren. ;-)

Herzlichen Glückwunsch an dich und natürlich auch an Pia für ihren sauber gelaufenen Halbmarathon!

Liebe Grüße,
Anne