
Laufen hilft gegen vieles. Natürlich gegen zu viel Pfunde, klar, aber auch gegen allerlei Wehwechen. Man könnte es , gerade in unseren "Läuferkreisen", geradezu als Mittel gegen alles bezeichnen. Nur zu gern vergessen wie aber, dass es Dinge gibt gegen die es nicht, oder nur wenig, hilft. Ich meine hier nicht Krebs( obwohl eine gewisse vorbeugende Wirkung gegen einige Arten könnte es geben) oder Aids, ich rede von einer Krankheit die gerade heute mal wieder in unser aller Mittelpunkt gezerrt wurde : Depression.
Wie schlimm das sein kann, kann ich, obwohl nicht betroffen, der also erstens nicht selbst depressiv ist noch mit einem depressiven Partner zusammen lebt ,ein bisschen nachfühlen.
Ich selbst kenne einen Fall persönlich (manisch/depressiv) und in einen Fall die Auswirkungen auf den Lebenspartner, da er mir dies mal vor längerer Zeit geschrieben hat. Es ist einfach gesagt, die Hölle. Jeder von uns hat mal schlechte Laune, ist gereizt, aber das ist glaube ich nicht zu vergleichen mit der Situation in der sich diese Leute befinden. Und es geht eben nicht nur um die Betroffenen selbst sondern auch um ihr Angehörigen die das mit erleben müssen, es erdulden müssen ohne selbst eingreifen zu können. Und nach Meinungen vieler Ärzte ist diese Krankheit mittlerweile ein echte Volkskrankheit und jedes Jahr erhöht sich die Zahl der Erkrankten.
Und hier bin ich nun wieder bei unserem Leben, unserem Laufen. Denn dies hat einen, so sagen jedenfalls einige Untersuchungen, einen positiven Einfluss auf unser Befinden. Wir haben es wohl alle schon selbst erfahren, ohne Studien anfertigen zu müssen. Gut, nach einem Bergrennen fühle ich mich überhaupt nicht gut wenn ich oben bin, aber das Laufen an sich ist nicht nur ein Ventil für unseren Frust den wir ab und zu erleben müssen, sondern auch, so fühle ich es jedenfalls, ein Art Kraftrecycling für die Seele und den Körper. Man bekommt etwas vom Laufen geschenkt, dass wir eigentlich schon gar nicht mehr so beachten: Lebensenergie und Lebensfreude. Und dabei ist es nun egal ob 1 oder 100km gelaufen werden.
Vielleicht hilft Laufen also doch, sei es auch nur ein bisschen, das Leben zu verschönern und lebenswerter zu machen. Für mich kann ich das klar bejahen.
Dass es auch andere Leben geben kann sehe ich bei jedem Trainingslauf den ich hier bei uns im Blümelstal mache. Seit über einem Jahr klaufe ich dann an einem Kreuz vorbei dass am Wegesrand steht. Es befindet sich genau unter der wirklich hohen Brücke die das Tal überspannt. Drumherum immer das Gras geschnitten, immer frische Blumen in einer Vase und auf dem Kreuz das Bild einer jungen Frau. Wie ich mittleweile erfuhr, hatte sie schon eine kurz vorher einen Suizidversuch mit Tabletten gemacht, wurde aber von ihrer Familie rechtzeitig gefunden. Eine Woche später fuhr sie extra 40 km weit um sich von dieser Brücke hinunter zu stürzen. Sie hinterlies zwei Kinder und einen Mann. Wie verzweifelt muss sie gewesen sein.
Sollte ich mal schlechte Laune haben (sehr selten), sehe ich spätestens dort wie gut es mir eigentlich geht, wieviel Glück ich habe.
Mir gefällt mein Leben.
Ps: das Bild enstand heute Nachmittag in unserem Ort.





