Montag, 12. September 2011

Abgekackt

So wäre eine Kurzbeschreibung des gestrigen Marathon. Da gibt es eigentlich nicht viel zu deuteln, Wenn man bei km 27 schon mit Krämpfen laufen muss, dann war die Vorbereitung einfach schlecht und man selbst nicht fit genug. Natürlich war es schwül und mit 25-26° nicht gerade laufreundlich und es war eine schwierige Strecke-klar, aber die kannte ich ja nun wirklich zu Genüge. Nein es lag eindeutig an mir. Punkt.
Aber jetzt doch ein bisschen länger :-)
Übrigens kann ich jetzt wenigstens wieder online gehen, nachdem mich "Alice" letzte Woche kurzerhand wegen einer Umstellung auf Eis gelegt hat. Deswegen konnte ich auch nicht wie geplant den zweiten Teil der Streckenbeschreibung online stellen. Aber Telefon wird wohl noch eine Weile dauern. Na toll.
Also...
das ganze WE begann ja schon am Freitag mit einem Firmenlauf, bei dem auch unsere Firma teilnahm. 33 Leute bekamen wir zusammen und gingen gemeinsam auf die offiziell etwa 5km lange Strecke (war aber nur 3,5km ;.-) . Es war einfach ein Mordsspaß und mit 645 Startern beim ersten Firmenlauf in Pirmasens konnte der Veranstalter zufrieden sein.
Am Samstag dann waren die Walker und die Bambinis dran. Letztere hatten mit etwa 750 Startern einen neuen Rekord zu verzeichnen-die Jugend läuft also wieder mehr.
Und gestern dann war eben der Tag. Schon früh war ich vor Ort-scheinbar zu früh, denn auch eine halbe Stunde vorm Start war noch nichts von den Offiziellen zu sehen auf dem "Exe", dem Platz wo es losgehen sollte. Keine Musik, kein Startbogen, keine Sprecher.Läufer fragten mich immer wieder, ob dies nun der Startplatz wäre und wo es denn die Startunterlagen gäbe. Hier sollte man die Orga noch einmal überdenken.
Gleich zu Beginn begrüßte mich Hans der ja natürlich auch dabei war. Logisch. Muss einfach sein. Pia kam etwa eine halbe Stunde später mit unserer Tochter an, die uns übrigens den ganzen Lauf begleitete. Peter, eine Läufer aus Bad Kreuznach traf ich dann beim Startplatz. Ich "kannte" ihn bisher nur per Mail und holte dies nun wenigstens kurz nach. Ein schneller Läufer (zu schnell für mich) und wirklich ein sympathischer "Kerl" ! Wie er gingen Pia und Hans auf die halbe Strecke, genau so wie Martina, Iris und Frank aus dem Lauftreff in Erlenbrunn. Evi nun wieder, die schon vor einiger Zeit einen Lauf mit uns absolvierte nahm den ganzen in Angriff.
Von links : Evi, einer dessen Namen ich vergessen habe (sorry), Hans und Peter
Markus Fuher (Pirmasenser Zeitung), Peter,Hans Pia und Alisha
meine Liebe
Um 10.30 ging es für die Marathonis los, für die HM Läufer eine halbe Stunde später. Unser Feld war übersichtlich, vielleicht 100 Marathonläufer und 33 Staffeln waren am Start. Genaueres kann ich nicht sagen, da doch einige unterwegs ausstiegen. Jedenfalls kamen 97 Marathonläufer ins Ziel.
Wer findet mich?
Hans beim flirten
Über die Strecke habe ich ja schon geschrieben und sie hat sich auch nicht geändert in den letzten Tagen ;-) Ich liebäugelte damit vielleicht dem 3:45 iger Zugläufer zu folgen aber nachdem ich die ersten Kilometer bergab ihm mit 4:30/min nicht folgen konnte -und wollte, ahnte ich, dass von denen die ihm folgten wohl kaum einer an ihm dran bleiben konnte. Auch ein Mitläufer teilte mit mir meine Meinung. Und so kam es auch. Er beendete seinen Lauf mit 3:41-alleine.
Nach etwa 200 Metern
Die erste Kilometer kamen und gingen, der erste Berg bei km 5 war kein Problem. Auch danach keine besonderen Vorkommnisse, ich lief einfach. Nicht zu schnell aber flott. Ich hatte mich dazu entschieden heute mit Trinkrucksack zu laufen und diese Entscheidung war goldrichtig. der erste Versorgungspukt am Beckenhof kam und wir machten uns auf den Weg "rund um den Arius" Nach ca. einem Kilometer sah ich vor mir eine Gruppe Läufer die ich langsam, wirklich langsam einholte. Fast 6km brauchte ich dafür, aus Angst zu schnell anzugehen. Brauchte ich aber nicht- die ersten 10km in 53 Minuten ist ja eher Bummeltempo und mein Schnitt lag bei der Runde zwischen 4:55 und 5:20/km.- Aber der Puls ! Der schwankte schon jetzt zwischen 164 und 170 Schlägen! Keine Ahnung warum, kann es mir nicht erklären. Doch ich fühlte mich gut. Auch die nächsten Kilometer-keine Probleme.

Nach etwa 16km und nach der Runde um den Arius


Als wir nun wieder auf die Strecke einbogen auf der auch die HM-Läufer liefen hoffte ich noch evtl. Pia oder Hans zu treffen. Ich startete ja eine halbe Stunde früher. hatte aber jetzt etwa 8km mehr zu laufen.
Zuerst holte ich Martina und Iris ein, bevor ich kurz vorm Hombrunnerhof meinen Freund Hans sah, der gemütlich schlendernd dem Versorgungpunkt entgegen lief. Kurze Anschnauze von mir : "der Sport heißt laufen nicht gehen!" und schon lief es wieder ;-)
Den HM-Punkt erreichte ich in etwa 1:49 in etwa im Plan, wusste ich doch das der zweite Teil der Strecke viel schwerer ist.
Kurzer steiler Anstieg bei km 23 oder so-festgehalten von Gabi


Beim zweiten Anstieg an der Fumbach, (einem einfach widerlichen Berg ;-), keiner mag ihn ) sah ich Pia vor mir die hoch ging. Nachdem sie die letzten 4 Tage mit Schmerzen verbringen musste ( Schulter/Nackenschmerzen) und an Laufen nicht zu denken war ,war auch der Start bis gestern nicht wirklich sicher. Sie hatte Probleme, quälte sich, aber kämpfte sich durch. Wie sie später sagte, lag es nicht an der fehlenden Luft-die Beine waren einfach nicht fit, waren schwer und bleiern. Im Gegensatz zu mir, schwitzte sie auch weit weniger als im Training beim Lauf. Ich ging eine Zeitlang mit ihr bevor ich wieder in leichten Trab verfiel. Hier merkte ich zum ersten mal (km25), dass etwas nicht stimmte. Ich musste schwer kämpfen, schwerer als zuvor. Ein kurzes fast gerades Stück, ein erneuter Anstieg. Während nun die HM-LÄufer links abbogen Richtung Ziel, ging es für uns nach Rodalben, da lief es dann gar nicht mehr rund. Die Oberschenkel wurden hart, Zeiten weit über 6min/km waren die Folge-trotz leichterem Tarrain. Km 30 kam-die Zeit weiß ich nicht mehr so genau und ich wusste bald würde es richtig fies werden-und so kam es auch. Ab km 33 ging ich alle Berge, auch den letzten langen den ich am Dienstag noch mit einer Pace von unter 6Min/km hoch lief. Jetzt brauchte ich zwischen 8 und 9Min/Km. Es wurde nicht besser, sondern schlechter. Auch auf dem ebenen konnte ich nicht mehr lange laufen, es krampfte fast sofort. Auch die aufmunternden Kommentare der Läufer die nun lcoker an mir vorbei zogen halfen da auch nicht. Einen Kilometer-km36, verbrauchte sogar 12Min- ein neuer Rekord-aber darüber freuen kann ich mich nicht.
Ab km 40 ging es dann wieder besser, ich konnte wieder einigermaßen laufen, wenn natürlich auch langsam. Km 41 im 6er Schnitt, den letzen dann (fieser Anstieg zum Schluss) dann in 7:15.
Hans sah mich von oben und ich entledigte mich meines Rucksacker der nun sowieso leer war-ich konnte kein Gramm mehr an Gewicht brauchen. Hinter mir kam eine Läuferin den Berg hoch gelaufen. Ich wollte sie vorbei lassen, denn sie lief den Berg durch, da schrie mich Hans an Lauf doch !- und ich gehorchte ;-)
Relativ locker lief ich ins Ziel ein überholte noch kurz davor die letzten HM-Läufer und beendete mich 4:12:42 das Leiden.
Pia, meine Tochter, Gabi, Hans sowie Martina udn Jens beglückwünschten mich zu meiner Leistung- doch ich konnte mich nicht darüber freuen, wusste ich doch was Sache war. Ok fast alle hatten Probleme heute- auch der Seriensieger Thomas Dehaut und fast alle Zeiten waren um einiges langsamer als im Jahr zuvor, aber Fakt ist, dass ich nicht fit genug war, dass meine Vorbereitung nicht intensiv genug war, ich zu wenig lange Läufe über 30km machte. Und gerade bei so einem Marathon, bei dem es ab km 30 erst so richtig los geht ist das tödlich.
Pia beendetet in Lauf mit 2:21, war auch etwas geknickt, wollte unter 2:15 laufen, aber die letzten Tage hatten einfach zu viel Kraft gekostet. Ich finde sie kann stolz darauf sein, denn bei dem Wetter und 300 Höhenmetern beim halben ist das eine tolle Leistung. Hans kam kurz nach ihr ins Ziel und war, glaube ich, doch ganz zufrieden. Er hat wahrlich schwierige Zeiten dieses Jahr hinter sich und nun geht es wieder bergauf!
Pia beim Zieleinlauf
dann Hans

und ich dann vieeel später
Abends dann noch auf einen Geburtstag meines Patenkindes und der Tag war gelaufen.
Auch heute sehe ich meine Einschätzung es Marathon noch und eine Erinnerung von Hans ,dass ich ja in 3 Wochen schon wieder einen Marathon laufe lässt mich nicht wirklich froher drein blicken. Ich hoffe aber dass Miss Monster mich nötigenfalls zieht ;-)

Kommentare:

Peter hat gesagt…

Hallo Martin,
ja, ja die Fumbach, da hab ich es auch vergeigt, das ist ein schweres Teilstück, dazu noch der aufgeweichte Boden, für Dich war das bestimmt noch schwieriger, da zu dem Zeitpunkt erheblich mehr Läufer die Strecke umgegraben hatten. Trotzdem Hut ab vor Deiner Leistung und den Willen anzukommen und nicht auszusteigen. Erhol Dich gut, Du wirst sehen in 3 Wochen ist es ein ganz anderer Lauf.

Evchen hat gesagt…

Freut mich, daß ich Dir noch zu einem langen, lockeren Lauf über 30km hinaus verhelfen darf-in drei Wochen. :-D
Martin, ich maße mir Dir gegenüber keine Einschätzungen oder Ratschläge an, aber Dein Ton Dir gegenüber ist zu hart. Das wirst Du von Menschen, die das bei Dir besser einschätzen können, sicherlich auch noch öfter hören. Das ist kein Schönreden, aber gestern war es für jeden hart. Wie Hannes so schön schreibt über unseren Deich-Halbmarathon: Ich bin gespannt, ob irgendjemand einen negativen Split gelaufen ist. Fast keiner! Ok, dann hast Du eben bisher zu wenig getan, aber nicht zu sehr. Kommt nich und wenn nicht: nächstes Jahr. Erholt euch gut und richte Pia bitte Glückwünsche und Grüße aus!

Bernd hat gesagt…

Auch wenn es nicht so geklappt hat wie gewünscht. Ich möchte Dir trotzdem zu Deiner Leistung gratulieren. Du hast etwas geschafft was viele nicht schaffen.

Freundliche Grüße
Bernd

Blumenmond hat gesagt…

So ist es wohl. Mal klappt es prima und mal eben nicht. Weiß nicht, ob Du es hören willst aber, es ist und bleibt ein Hobby, bei dem Du irre viel Spaß hast (so interpretiere ich Deine Beiträge). Also was soll so ein Lauf. Bedingungen waren schlecht, ja, vielleicht keine optimale Vorbereitung aber das gibt Luft nach oben. Und wie schon geschrieben, ich hab den Eindruck dass der Pfälzerwald Marathon und Du eine eigenartige Beziehung haben. :-)

Ich sach mal abschließend: Glückwunsch zum Durchbeißen.

Jörg hat gesagt…

Tja, ich habe ja sowas auch gerade erst in Frisco hinter mir - bei besseren Bedingungen. Da lernt man wieder Demut vor dem Laufen, nachdem man dachte, dass einem Ultra sowas nicht mehr passieren kann. Aber Schwamm drüber, der nächste wird (vielleicht) besser.

Jörg

Hans hat gesagt…

Lieber Freund,
kein Tag ist wie der Andere.
Seit es mir wieder besser geht, laufe ich jeden morgen mit meinem Hund 100 Stufen hoch. Da sollte man doch meinen, jeden Tag geht es ein bisschen besser. Heute z.B. bin ich wir Du so schön schreibst
"total abgekackt." Nach 80 Stufen habe ich erst einmal ganz tief Luft holen müssen.
Muß ich mir jetzt Sorgen machen, oder habe ich nur einen schlechten Moment erwischt?
Außerdem wäre die Welt langweilig, wenn alle Wünsche in Erfüllung gingen.
Gruß Hans

Martin hat gesagt…

@Peter:
Ja die Fumbach hat es wirklich in sich, aber ich kannte sie ja. Ich hoffe auch in 3 Wochen ist ein anderer Lauf, so einer muss nicht regelmäßig sein ;-) Glückwunsch zu deiner tollen Zeit, gerade wenn man bedenkt, dass du schon lange keinen Wettkampf mehr gelaufen bist!Ichh offe wir treffen uns mal wieder-mit ein bisschen mehr Zeit.
@Evchen:
Na ob der so locker wird, wenn ich dich noch tragen soll??? ;-)
Negativer Split ist bei unserer Strecke absolut unmöglich. Du musst auf der ersten Hälfte Zeit herauslaufen. Andere konnten es besser : sieh das Bild auf dem ich nach 16km drauf bin. Du siehst vor ´mir eine Läuferin mit Nummer 62-die kam nach mir an, aber daneben ist einer mit Nummer 163 (schwarz gekleidet) der kam in 3:43 an- der hatte es drauf!
@Bernd:
Danke, so gesehne hast du auch wieder recht. Nicht viele bekloppte machen so was ;-)
@Anja:
Ja wir haben ein besonderes Verhältnis, eine Art Hass-Liebe, oder besser Furcht-Liebe. Aber es ist wohl so, wenn man einen in seiner Heimat hat;-)
Und klar, meistens geht es bei mir um den Spaß am Laufen, an den netten Leuten die man kennen lernt (auch bei diesem Lauf) und natürlich an der Entdeckung der Natur. Luft nach oben--na klar:-)
@Jörg:
Ich dachte nach dem Lauf an deinen in Frisco, da war es ja ähnlich. Man kann es einfach nicht immer zwingen, man kann sich nur besser vorbereiten-im meinen Fall. Und ja, man sollte einem Marathon immer ein bisschen mehr Demut zollen, auch wenn man schon einige hinter sich hat.

Martin hat gesagt…

Hätte da eine Idee-nimm doch die Neufertreppe die hat 180 Stufen, dann hast du beides.

weinbergschnecke hat gesagt…

Aua, das hat wehgetan! Und ihr habt's trotzdem geschafft, das zählt! Herzlichen Glückwunsch an Pia und dich zum erfolgreichen Finish. Köln ist flach und das Wetter ist nicht so warm, das wird im Vergleich zum Plälzerwald ein Spaziergang! ;-)

LG und gute Erholung
Anne

Laufhannes hat gesagt…

Die Eva wird dich ziehen, sei dir sicher. Mit deiner Frohnatur zauberst du ihr unterwegs ohnehin ein Lächeln ins Gesicht.

Denn mal ehrlich - auf den Bildern hier siehst du auch alles andere als geknickt aus ;-)

Martin hat gesagt…

@Weinbergschnecke:
Ja hat es-und tut immer noch(Muskelkater) Aber wie du schriebst, wir haben es durch gezogen und ich hoffe doch dass es in Köln ein bischen flacher ist. Und so 3-5 Grad kühler waäre auch nicht schlecht.
@Hannes:
Ach geknickt, nee nicht wirklich. Ist halt blöd gelaufen udn wie heißt es : War der Lauf nicht dein Freund so war er doch dein Lehrer. Und die Lehre war schmerzhaft :-)
Hey und lustig wirds in Köln-das k a n n ich garantieren!

Ariana hat gesagt…

Also erst einmal ganz herzliche Gratulation, dass du den Marathon überhaupt beendet hast. Und wie die anderen schon schrieben - oft sieht man erst nach einem Lauf, was man alles hätte besser machen können - oder wo man noch mehr Training hätte gebrauchen können. Aber schlussendlich soll das Training ja hauptsächlich Spass machen ;-)

Martin hat gesagt…

@Ariana:
Welcome back ! ;-)
Danke!
Training macht meistens Spaß und wenn nicht, dann sehen wir es sportlich. Und solange man aus seinen Läufen noch lernen kann ist noch nichts verloren ;-)