Mittwoch, 31. März 2010

Warum müssen schönen Tage immer traurige folgen

Vielleicht geht das eine nicht ohne das andere. Auf der einen Seite sind die wunderbaren Läufe der letzten Tage. Zuerst der "Lange" am Sonntag, dann gestern mit Isi, Rainer und Dominik auf dem Rundweg um den Arius und der heutige Lauf mit Pia mit einigen Intervallen.
Gestern lief ich zuerst eine Runde allein mit Dominik bevor Isis und Rainer dazu kamen und wie mit ihnen noch eine weitere Runde liefen. Je Runde 8,3km also 16,6 für beide. Während Dominik dann aufhörte (er hatte sich fürchterlich an einem strohhalmdicken Ast, der unverschämterweise mitten auf dem Waldweg lag gestoßen ;-) ) ging es für Isi, Rainer und mich noch auf eine kleine Bergtour, diese Mal auf den Arius und nicht drumherum. Dieser Anstieg war nun wieder eher auf schmalen Wegen, daher zwar schwerer aber umso schöner.
Oben angekommen wartete ein schnelle lange Bergabpassage auf uns, die wir richtig nutzten und die Beine laufen ließen. Am Ende hatte ich 20,3 km, Isi und Rainer je ca. 12 und Dominik fast 17km hinter sich gebracht.
Auf dem Rundweg um den Arius. Dominik, Rainer und Isi.
Hier die Strecke auf google-earth. Man erkennt den Weg der um den Berg führt und den Weg in der Mitte, den Isi, Rainer und ich anschließend hoch liefen.
Hier die Ansicht von der anderen Seite. Rechts der Beckenhof (ein klasse Ausflugslokal mitten im Wald) und der Weg der vom Berg wieder herunter führt.
Und heute Abend nun sah es erst gar nicht gut aus. Den ganzen Tag schon Aprilwetter mit Sturm, Hagel, Sonne, Regen und alles innerhalb weniger Minuten. Trotzdem, kaum war Pia von der Arbeit zu Hause ging es los.
Wolkenbank über Fehrbach
Die Wolken sahen zwar zum Fürchten aus, aber das Wetter hielt. Unterwegs noch ein paar Mitläufer auf der Weide gesehen-
aber die hatten keine Lust auf ein paar schnelle Einheiten. Wir aber schon. So wechselten wir unser Tempo fortlaufend und waren am Ende nach 8km zwar etwas müde aber zufrieden.
Aber ich sprach auch von traurigen Tagen. Und auch die hatten wir. Am Samstagmorgen hat unsere Tochter erfahren, dass wenige Stunden zuvor ein guter Freund mit dem Auto tödlich verunglückte. Ihr Freund war der beste Freund des Verunglückten.
Und ich weiß nicht, einige, die selbst Kinder haben, können vielleicht nachvollziehen was da in einem vorgeht. Was wäre wenn wir in der Nacht angerufen würden, was wenn morgens kein Albtraum gewesen wäre sondern Realität? Kann man damit weiter leben? Je wieder normal atmen, aufstehen, leben ?
Gerade 19 Jahre ist er alt geworden. Diese Gedanken gehen mir nicht aus dem Kopf.



Kommentare:

Blumenmond hat gesagt…

Martin, gestern war ich in Saarbrücken und hab mir auf dem Weg dahin ständig die Wälder und "Berge" angeschaut und mir vorgestellt, wir Euer Trupp da durchläuft. Schöne Vorstellung.

Und das Traurige... ja leider, ich hab in ähnlichem Alter 2 Klassenkameradinnen durch Autounfälle verloren. Es ist tragisch und ich scheue mich heute noch vor Klassentreffen, weil sie fehlen. Das, was die Eltern durchmachen, kann ich wahrscheinlich noch nicht mal erahnen. Ja, darüber denkt "man" nach.

Pienznaeschen hat gesagt…

Ihr werdet immer mehr Läufer, oder?
Wunderbar!

Ob das eine nicht ohne das andere geht? Mhhh, vielleicht ist es für viele Menschen "leichter" Glück zu empfinden wenn sie wissen wie die andere Seite aussieht und trotzdem glaube ich nicht das das eine nicht ohne das andere geht. Für die Eltern muss dies fürchterlich sein ... Kindern sollen nicht vor ihren Eltern sterben und ich wünsche ihnen ganz viel Kraft zum weiter leben.

Und ja, gerade bei solchen Nachrichten besinne ich mich oft und empfinde eine noch viel größere Dankbarkeit es es mir und meinen Lieben gut geht.

Hase hat gesagt…

Das ist wirklich schrecklich. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie total nahe dir das geht. So jung aus dem Leben gerissen zu werden.... schlimm.

Und was die Fotos von deinem Wald bestrifft, stelle ich immer wieder fest, dass es da wirklich genauso aussieht wie in 'meinem' Wald hier in den Vogesen.... einfach nur wunderschön, Frieden und Stille pur... heute morgen beim Laufen habe ich wieder ein paar Rehe gesehen..... und bald muss ich mich davon verabschieden. Aber zum Glück gibt es im Allgäu auch mehr als genug schönen Wald!!

Monika hat gesagt…

Eure Wälder gefallen mir außerordentlich! Sogar mit Höhenmetern, sozusagen all inclusive ;-)Schade, dass der Pfälzerwaldmarathon mit den Schlaubis auf einen Tag fällt. Dieses Jahr werden denn nun mal die Schlaubis besucht.
Mit Deinem traurigen Thema berührst Du bei mir so einiges. Mathis hat seit Anfang Februar seinen Führerschein und wenn er abends allein unterwegs ist, so ist das für mich ein ganz neues und beklemmendes Gefühl in der Magengrube. Letztes Jahr ist mein damals bester Schulfreund verstorben, seine Eltern wohnen zufällig in meiner Straße. Immer wenn ich die beiden sehe, dann geht es mir ebenso durch den Kopf, das Kinder nicht vor ihren Eltern sterben sollten.

LG Moni

Ramona hat gesagt…

Um Eure Laufgegend könnte ich Euch beneiden! Es muss wirklich schön sein.

Das Unglück ist wirklich sehr tragisch. Ich habe zwei Söhne, die am Sonntag 19 Jahre alt werden. Es ist schlimm, wenn man sein Kind verliert. Und wenn ich solche "Geschichten" höre, lese oder in der nahen Bekanntschaft erlebe, geht auch mir sehr viel durch den Kopf. Da denke ich auch an meine Nachbarn, deren damals 21jähriger Sohn durch einen Verkehrsunfall tödlich verunglückte. Jeden Abend gehen sie zum Grab. Man sieht, wie schwer es sich mit diesem Verlust lebt.

michi hat gesagt…

Schrecklich sowas!

Anett hat gesagt…

Mich wühlen solche Berichte auch immer auf.
Ich habe mit 18 eine meiner besten Freundinnen verloren. Da ich nicht zur Trauerfeier gehen konnte, habe ich ihre Eltern vorher besucht (die darüber sehr dankbar waren). Eines meiner schlimmsten Erlebnisse überhaupt...
Jetzt bin ich immer froh, wenn unsere Tochter nachts nicht nach Hause kommt, sondern in der Stadt übernachtet. Außerdem hat sie durch den Führerschein ab 17 selbst eine gewisse Sicherheit bekommen. Aber man kann die Kinder nicht vor allem beschützen!

Martin hat gesagt…

@Blumenmond:
Es ist wirklich erstaunlich wer schon ähnliches erfahren musste. So langsam normalisiert sich die Lage ein bisschen bei den "Kleinen", am Diesntag ist die Beerdigung.
Aber sach mal, wenn du im Feindesland (Saarland ) warst, dann hättets ud die 40km auch noch fahren können und wir hätten dir einen guten Kuchen gebacken ! :-)
@Pienznäschen:
Sagen wir mal so, es wechseln sich die Laufbegleiter ab. Alle zusammen haben wir sie noch nicht bekommen, aber wir arbeiten daran.
@Hase:
Das mit der Ähnlichkiet der Wälder bei fiel mir ja auch schon auf, als ich deine Bilder vor einiger Zeit mal sah. Dabei dschte ich immer die Vogesen seien irgendwie höher , gebirgiger als der Pfälzerwald. Aber ist doch Klasse bei uns in den Wäldern, oder ? Und im Allgäu gibt es ja wirklich noch einiges zu erlaufen für dich!
@Monika:
Man kann seine Kinder nict immer beschüzen, auh wenn man das gernbe täte. In diesem Fall war der Fahrer leider wohl schon öfters zu schnell unterwegs gewesen, leider konnten ihn seine Kollegen (sein bester Freund war eben nicht dabei) nicht von seiner späten Heimfahrt abhalten.
@Ramona:
Je länger wir laufen umso schöner erscheint sie uns. Natürlich ist es bei Sonnenschein und warmen Temeperaturen sowieso schöner, aber wir haben wirklich Glück hier.
Und wie man so einen Verlust jemals verarbeiten kann weiß ich wirklich nicht. Es wird wohl ewig eien Wunde bleiben bei seinen Eltern, bei seinen Freunden.
@Michi: Ja leider
@Anett:
Ich bin auch der Ansicht dass der Führerschein ab 17 wirklich die bessere Wahl ist, konnte es ja bei meiner Tochter selbst feststellen.
Im Alter von 16 Jahren starb damals eien Freundin von uns an einem Gehirntumor. Gerade der Verfall der letzten Wochen war schrecklich anzusehen. Und wir waren noch so jung.

Blumenmond hat gesagt…

Ich war ja im Namen der Company unterwegs und musste Kunden besuchen - aber irgendwann, mein Lieber, irgendwann seid Ihr fällig. ;-)

Anett hat gesagt…

Laufen mit Lauffreunden..besser gehts gar nicht. Wobei wir die Hügel meiden wie der Teufel das Weihwasser. Was vor 2 Jahren noch ein Mordsspaß war, empfinde ich dieses Jahr als Quälerei.

Zum traurigen Teil: Es tut mir furchtbar leid und ich mag mir gar nicht vorstellen wenn es uns treffen würde. Hoffentlich verkraftet deine Tochter den Schock gut.