Sonntag, 11. Januar 2009

Wenn die Haare weißwerden und die Schnäuzer erfieren..

..dann ist es kalt, saukalt um genau zu sein. Auf dem Thermometer im Auto von Hans sieht es so aus :
Bei den Temperaturen lief ich noch nie einen Wettkampf, das war mal eine neue Erfahrung die auf mich zu kam.
Ist es normalerweise eher wärmer in der Vorderpfalz waren wir überrascht, wie kalt es dort war (liegt deutlich tiefer als mein Wohnort) und vor allem -da lag noch richtig Schnee auf den Wegen und auf der Strasse. Laufstrecke geräumt ? Keine Spur. Vielmehr sah es zu großen Teilen so aus :





Mir war klar eine neue PB würde es nicht werden. Machte mir auch nichts aus, hatte ich doch imer noch
Probleme mit meinem Magen, der wollte einfach nicht so. Als wir ankamen und wir aus dem Auto ausstiegen, schlug uns die Kälte ins Gesicht. Auch die Sonne hatte sich kurz vorm Zielort hinter dem aufkommenden Nebel verborgen, so dass es kalt und feucht war. Schnell schaute ich nach was ich so alles dabei hatte. Ich zog sage und schreibe 3 Pullover, ein Shirt, eine dünne Jacke und noch eine ärmellose dünne Jacke darüber an. kennt ihr noch das Michelin-Männchen ? So fühlte ich mich. Aber es war nun auszuhalten. Bei der Anmeldung waren wir überrascht wieviel Verrückte außer uns noch heute unterwegs waren. Nach Empfang der Unterlagen sollte man sich eigentlich warlaufen. Aber heute ?Nee, lieber nur das allernötigste. Knappe 300 -400 m werden es wohl gewesen sein. Reicht auch für heute. Das Gesicht begann schon langsam abzusterben, beziehungsweise
leicht gefühlslos zu werden. Schnell rein in die Meute, denn da war es ein wenig wärmer. Startschuss-und los! Ich hatte den FR noch optimistisch auf meine Zeit letztes Jahr eingestellt. Mir war aber klar, dass ich die Zeit letztes Jahr nicht erreichen konnte, und so lief ich relativ langsam an. Ich schloss mich meinen Mitläufern links und rechts an und ließ mich mittreiben. Allerdings liefen die,nach kurzer Zeit doch recht schnell und ich hatte Probleme mitzuhalten. Rechte Freude kam jedenfalls bei mir nicht auf. Der Bauch revoltierte und die Strecke wurde nun schneebedeckt und ab und zu noch mit Eisplatten gespickt. Schon an der ersten Kurve legte sich ein Läufer vor mir ab. Also aufpassen. Die nächsten Kilometer waren auch nicht besser. Bei dem festgetretenen Schnee rutschte man mit jedem Schritt wider ein Stück zurück. Das war erstens nervend und zweitens kraftraubend.
Nach ca. 7-8 Kilometern wurde es besser. Nein nicht die Strecke, es lief einfach besser. Grund unbekannt. Ich lief nicht schneller aber andere liefen scheinbar langsamer Noch auffallender wurde es auf den letzten 1-2 Kilometern. Viele hatten nun Probleme, ich meine jetzt nicht die die schon längst vorne im Ziel waren, nein eher die in meinem Bereich. Noch ein kurzer Schlussspurt und ich war im Ziel. Überrascht schaute ich auf die Uhr: 1:11:31 brutto. Eigentlich eine ganz gute Zeit, wenn man die Umstände berücksichtigt: -15°, große Teile auf Schnee, ca. 10kg Klamotten auf dem Körper, Glätte und überhaupt. Und wie sah ich aus? So:

Nein ich habe keine weißen Haare, das ist gefroren! Auch hat es nicht geschneit, das ist gefrorener Atem am Kragen.




Allerdings sahen andere noch besser aus :




Alles zusammen war es eine reizvolle Erfahrung. Gerade mal 2 Minuten über meiner Bestzeit , da kann und will ich nicht meckern. Auch bei HAns lief es viel besser als er befürchtet hatte. Hatte er anfangs noch sein Tempo gezügelt da er befürchtete es nicht durchhalten zu können, lief der Rest auch weiter ohne Probleme.
Nun sitze ich im Wohnzimmer, im Kamin brennt ein schönes Feuerchen und Morgen kann ich endlich mal länger schlafen, da ich Spätschicht habe. Ach wie schön kann faulenzen sein!

Ps. Es soll kalt bleiben.

Kommentare:

Gerd hat gesagt…

Ich hatte beim Training bei den Temperaturen schon meine Probleme.
Und dann noch einen Wettkampf laufen. Nee. Das wäre mir dann doch zuviel.
Glückwunsch zu deinem tollen Lauf!

LocalZero hat gesagt…

Sieht stark nach Rheinzabern aus, oder? Den 15er bin ich vor einigen Jahren auch schon einmal gelaufen, damals allerdings in kurzer Hose - es war nämlich fast 30(!) Grad wärmer...

Sollte die Winterlaufserie dort endlich ihrem Namen alle Ehre machen? :-)

Martin hat gesagt…

Ja genau, das war Rheinzabern! Retztes Jahr lief ich, so glaube ich jedenfalls, auch in kurzen Hosen.Ich glaube ich habe huet auch einen in kurz gesehen. Ein wenig verrückt, oder ?
@Gerd: Danke !

Pienznaeschen hat gesagt…

Sei froh, die weißen Haare verschwinden wenigstens ganz schnell und ohne Chemie wieder;)
Schon krass, vor allem der Bart!!

Respekt bei den Temperaturen und den Bedingungen solche Zeit zu laufen - Herzlichen Glückwunsch! Das Ausschlafen hast Du Dir morgen verdient;)

Kerstin hat gesagt…

Meine Guete, das ist unglaublich!
Herzlichen Glueckwunsch zum bestandenen "Lauf um den Nordpol"!
Und, schon wieder aufgetaut?

Hans hat gesagt…

Martin hat so den Kleiderschrank geplündert, dass Pia entsetzt geglaubt hat, "der ist fort."

Hans

Anja Ridlberg hat gesagt…

So schnell kann man alt werden, nicht wahr? Die Fotos sind schon irre und einen Wettkampf bei den Bedingungen heile zu überstehen ist ja an sich schon ein Sieg.

michi hat gesagt…

Glückwunsch, bei den Bedingungen so eine Zeit, wow! Vor allem, dass Du Dich in dem Aufzug überhaupt noch bewegen konntest erstaunt mich ja etwas ;-))Bist Du sicher, dass es nur -15°C waren und nicht noch weniger? Bin Samstag früh bei -14 gelaufen aber ich glaube so sah ich nicht aus, nur meine Mütze. Mag auch daran liegen, dass ich keinen Schnäuzer habe *lach*
Respekt, mein Lieber, für diesen Lauf!

Martin hat gesagt…

Ja, es waren nur -15°!Aber dort ist viel freies Gelände und da geht natürlich immer ein bisschen Wind. Dazu noch der "Fahrtwind, äh Laufwind"und schon frierts. Aber da waren Frauen denen waren ihre Haare wirklich komplett weis. Aber das war ein Lauf, da werden wir noch lange darüber erzählen, frei nach dem Motto : Weißt du noch, damals im Winter 2009....:-)

Kerstin hat gesagt…

Da wuerde ich doch nicht ohne Muetze laufen!