Sonntag, 22. August 2010

34km in der Hitze und wieder einmal :Laufen Im Läuferhimmel

Ich kann nicht anders- ich musste stehen bleiben und fotografieren. Die Natur festhalten, versuchen einen Eindruck davon zu zeigen wie schön es hier sein kann. Man findet diese Stellen nicht immer gleich auf den ersten Blick, manchmal muss man auf seine Ohren "hören" , oder einfach mal abseits des Weges suchen.
8:15 -und ich bin im Wald unterwegs, so früh wie schon lange nicht mehr. Trotzdem herrschten schon Temperaturen über 20°, dazu noch die hohe Luftfeuchtigkeit -es gibt definitiv bessere Bedingungen 34 km im geplanten Tempo von 5:11/km zu laufen. Doch ums Tempo wollte ich mich nicht zu sehr kümmern heute- ankommen hieß die Devise.
Noch lag leichter Dunst über den Wegen
doch schon bald zeigte sich die pralle Sonne auf den freien Flächen des Sommerwaldes
Ging es anfangs schön bergab folgte nun ein langes beschwerliches bergauf, doch ich kannte die Strecke gut und wusste dass dies einer der schwersten Abschnitte heute war, danach würde es einfacher. Nach dem Erreichen des heutigen höchsten Punktes, dem hohen Kopf, ging es steil bergab Richtung Münchweiler,meinem ersten Zwischenziel. Noch war die Hitze erträglich, was natürlich auch daran lag, dass ich oft im Schatten der Bäume lief.
In Münchweiler angekommen wartete der nächste Anstieg auf mich, dieses Mal ohne Schatten in praller Sonne, das wurde dann doch schon heftiger und ich nuckelte kräftig an meinem Trinkrucksack, den ich auch heute dabei hatte. Die 1,5 Liter Wasser die ich dabei hatte waren bis zum Ende restlos verbraucht.
Doch auch diese Hürde wurde erklommen und nun folgte ein herrliches Stück führte es doch leicht bergab hinunter nach Hinterweidenthal umgeben von herrlicher Natur. Und hier ist es nun so wie oben beschrieben. Man hört ein Plätschern, bleibt stehen, sieht sich um und sieht einen kleinen Bach am gegenüberliegenden Berghang

Ich kannte den Weg dorthin, hatte es auch schon fotografiert aber heute musste der kleine Wasserfall noch einmal dran glauben. Ich finde ihn einfach umwerfend. Und wie wenige kennen ihn, nur weil er 50m vom Weg entfernt ist.

und dazu noch diese Geräuschkulisse:



doch es half nicht ich musste/wollte weiter. Weiter durchs Tal...
und ich genoss die letzten schattigen Stellen.
Nach ca. 8km kam ich nach Hinterweidenthal und folgte nun dem Radweg Richtung Frankreich. Oft schon haben Hans und ich ihn "abgelaufen" und auch Pia folgte ihm schon ein ganzes Stück.
Durch das Dorf hindurch und hinaus immer am Bahndamm und am Bach entlang
führte nun der Weg, begleitet von einigen Radfahren und...der Sonne! Es war nun es richtig heiß. Über 28° zeigten die Thermometer, natürlich im Schatten- wenn er denn da war!
Ich schwitzte so viel, dass ich mit dem Trinken nicht mehr nachkam. Radfahrer haben es einfacher- die haben den Fahrtwind aber ich ? Obwohl, ich stellte zu meinem Erstaunen fest, dass es so richtig gut lief! In Zahlen : Von Kilometer 11 bis 22 konnte ich jeden Kilometer unter 5:12 laufen, einen sogar deutlich unter 5-und es viel mir überhaupt nicht schwer! Was war denn heute los? Egal, ich nahm es gerne so hin und lief meines Weges. Natürlich nutze ich jede Quelle, jede Kneipstation unterwegs zur Erfrischung. Goss mir eiskaltes Wasser über und wollte gar nicht mehr aufhören. Doch Hans wartete irgendwo da vorne auf mich und wollte mich ein paar Kilometer begleiten, also noch ein kurzer Blick nach rechts:
und weiter zum nächsten Kilometer! Ab Kilometer 22 wurde es aber schwerer, die Zeiten pendelten sich auf 5:30-5:40 ein, die Hitze und mein Trainingszustand forderten ihr Tribut! Zum Glück kam mir Hans bei km 25 entgegen und begleitete mich. Doch es war nur ein kurzes Vergnügen. Ausgerechnete heute bekam er Wadenkrämpfe, musste oft gehen und so beschlossen wir und, schweren Herzens, vorerst zu trennen und jeder seine eigenen Kilometer zu laufen. Nach dem Lauf aber würden wir uns zusammen setzen und im "Bahnhöfel", einer Radfahrerkneipe direkt am Radweg. zusammen etwas trinken.
So war ich also wieder alleine und es lief nun nicht mehr so gut. 28km hatte ich hinter mir, noch 6 vor mir. Ausgerechnet jetzt wurde es wieder hügelig und die Sonne tat ihr bestes um auch die ebenen Passagen zu erschweren. Wieder Zeiten zwischen 5:35 und 5:45/km und die steilsten Abschnitte (jeweils nur wenige Meter) ging ich nun auch. Wieder ein Halt an einem Brunnen, nach einmal Abkühlung und die letzten 2 Kilometer standen an- und waren auch schon vorbei. Geschafft! Nicht abgebrochen, keine Ausreden- fertig! Zufreiden wartete ich auf der Terrasse der Kneipe auf Hans der kurz darauf ankam und genoss das herrlich kühle Nasse !
Dir größte Überraschung aber kam zu Hause : Für die korrigierten 34,09 km mit 293 Hm hatte ich 2:57:58 gebraucht- was einen Schnitt von 5:13/km ergibt !
Nicht ganz die geforderten 5:11/km , aber der Trainingsplan ging auch von gerader Strecke aus. Die Fotozeiten und Abkühlungen an den Brunnen sind hierbei nicht berücksichtigt- ist mir aber auch nicht soo wichtig. Mir werden vor allem die 11km, bei denen ich so richtig gut laufen konnte, schnell und leicht in Erinnerung blieben, kommt ja auch nicht so oft vor ;-)
Und natürlich die Bilder der Natur die sich eingeprägt haben.
Apropos Natur! Gerade eben ging ein Gewitter über uns, dass wirklich ein Hammer war. Es wurde dunkel wie sonst abends um 21.00 Uhr, es krachte es blitze, Gartenstühle wurden über die Terrasse gefegt und der Strom war weg.
Zum Glück speichert blogspot alle 5 Minuten einen Bericht ansonsten wäre es sehr bitter geworden. Und nun 5 Minuten später- alles vorbei, Regen fort- Sonne wieder da!
Nur die wundgeriebenen Stellen- die nerven noch ein bisschen. Man sitzt und geht dann so komisch :-)

Kommentare:

Hans hat gesagt…

Was Du läufst ist einfach klaase, ich bewundere und beneide Dich.

Hans

weinbergschnecke hat gesagt…

Was für eine tolle Strecke, was für ein toller Lauf! Sich bei dieser Schwüle durchgebissen und 34 km in so flottem Tempo hingelegt zu haben - Riesen-Respekt von mir für diese Leistung!

Und vielen Dank für die herrliche Dokumentation in Bild UND Ton!

LG,
Anne

Martin hat gesagt…

@Hans: Quatsch mit Soße! Wir beide sind fast die gleiche Strecke schon im 5er Tempo gelaufen. Und das kommt wieder!
@Weinbergschnecke:
Ja so wie du gestern vorgelegt hast, musste ich mich doch heute anstrengen! Da war ich sozusagen in Zugzwang :-)

Ramona hat gesagt…

Wahnsinn, wie schnell Du läufst! Und das bei diesen Höhenmetern. Und schaffst es noch, die schönsten Ecken Deines Laufgebietes fotografisch festzuhalten. Klasse!
Vielen Dank!
LG, Ramona

Laufhannes hat gesagt…

Kannst ja mal raten, wer bei dem Unwetter seinen langen Lauf noch nicht ganz beendet hatte ... aber das habe ich wohl davon, wenn ich nicht so früh wie du nach draußen komme. Wenigstens gab es Regen (wenn auch nicht so einen tollen Wasserfall wie bei dir).

Evchen hat gesagt…

Ha! Du kannst ja doch früh aufstehen! ;-)
Heidenei, einiges los hier, eure Kleine zieht nach Treeer und Du läufst durch irgeneinen Nationalpark. *feix* Im Ernst: das sieht wunderschön aus und bei dem Wassergeplätscher könnte ich grad einschlafen! Sind die Brückelchen vom Teufelsberg (?) nicht arg knarzelig? Nach unserem Kletterwalderlebnis am Donnerstag bin ich von sowas erstmal kuriert. *ähem*
Schön, daß Du die langen Läufe nicht verlernt hast und ich finde, ein bißchen anstrengender darf es gegen Ende dann schon sein, hm? :-)

Blumenmond hat gesagt…

Neidisch... im positiven Sinne. Auf die Geschwindigkeit, die Strecke und die Landschaft. Und es sei Dir von Herzen gegönnt.

Martin hat gesagt…

@Ramona:
Gern geschehen!Und geschwindigkeit ist ja relativ :-)
Die Fotopausen sind ja eben auch Pausen und so kann man das schöne mit dem nützlichen verbinden ;-)
@Laufhannes:
Wenn es das Gewitter war, dass bei uns war- dann bist du nicht mehr gelaufen sondern geschwommen ;-) Sturmböen, literweise Regen und Blitz und Donner- es hat einiges durch die Luft geschleudert. Aber es kam erst gegen 16.00 Uhr und da sind Läufer läääängst wieder zu Hause -die meisten jedenfalls :-)
@Evchen:
Ja die Kleine ist jetzt schon im Reisefieber, kann es kaum abwarten.
Zu den Brücken: Nein die sind richtig massiv und vielleicht ein Jahr alt. Sie verbinden das Gersbachtal (bei Niedersimten) mit dem Hochstellerhof ( Hackmesserseite, kommt nach Erlenbrunn) und anstrengend war es ja :-) Und diese Mist Scheuerstellen brennen wie die S..!

Martin hat gesagt…

@Anja: Danke dir und neidisch brauchst du nicht zu sein, nicht alles in unserer Gegend ist toll- sei es die Wirtschaft oder dei Verkehsranbindung z.B.
Da haben wir wenigstens den Wald aus Ausgleich.

ultraistgut hat gesagt…

Schön, schön, schön, ich war dabei, und die Hitze hat mich geschafft, versöhnt wurde ich durch die schöne Pfälzer Natur, macht Spaß, in bekannten Regionen mit dir unterwegs zu sein und 34 km !!

ultraistgut hat gesagt…

P.S. Das mit dem Fotografieren kenne ich, ich kann es auch nicht lassen, die Natur ist zu schön !

Martin hat gesagt…

@Ultraistgut:
Habe dich doch sehr gerne mitgenommen :-)

Gerd hat gesagt…

Bis auf die Hitze bin ich begeistert. irgendwann muss ich wohl doch in der Pfalz laufen! ;-)