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Freitag, 8. Juni 2012

Bruchlandung -oder- the eagle has landed :-)

Natürlich nutzte mein Kollege aus dem Saarland sofort die Situation und hielt meinen Sturz im Bild fest. Aber wenigstens lächeln konnte ich noch :-)

Einmal musste es ja kommen. Nicht immer läuft alles so leicht und locker. Dabei hatte die Woche so gut begonnen. Keinerlei Ermüdungserscheinungen vom langen Lauf am WE, am Mittwoch zwei geniale(für mich) kurze Intervalle über 5km-den einen mit 60 Hm in 22:42 und den anderen gleich danach, aber nicht mehr voll gelaufen mit 100 Hm in 24:11. Die Füße "flogen" nur so über den Boden (nun ich bin eben ein sehr schwerer Vogel) und es machte einfach tierisch Spaß wieder mal schnell zu laufen.
Am gestrigen  Feiertag waren wir mit Freunden spazieren (ca. 8km mit einigen Steigungen) und besuchten das (ehem.) Kloster Hornbach welches einen wirklich tollen Kräutergarten hat sowie eine ausgezeichnete Gastronomie.
 Bilder von unserem Spaziergang auf die Gimpelhütte

 Der Kräutergarten des Klosters Hornbach
Wir beide in der Laube :-)
und danach weitere Enstpannung
Also wirklich keine besondere sportliche Herausforderung. In der Nacht konnte ich dann 7 Stunden entspannt schlafen und eigentlich sollten die geplanten 45km heute über den kompletten Felswanderweg möglich sein. Stefan und Jens waren heute beide dabei und waren ebenfalls guter Dinge. Ich auch -noch!  Großmaul und Träumer kann ich da heute nur zu mir sagen!
Warum nun das heute im Gegensatz zu den letzten Läufen so überhaupt nicht gut lief, kann ich nicht erklären. Wetter passte, traumhafte Strecke, zwei Freunde dabei-alles prima. Nur eben der Körper nicht. Schon nach 10km wurde mir klar, dass das heute nichts geben würde. Jeder Anstieg ein Problem, die flachen Teile brachten kaum Erholung, die Beine schwer wie Blei. Während Stefan in bestechender Form war, schleppte ich mich nur noch so dahin. Auch Jens lief locker mit, hatte keine Probleme. Nach weiteren Kilometern sagte ich den beiden, dass die 45km heute niemals klappen würden wollten wir noch bei Tageslicht ankommen. Wir beschlossen also  nach ca 25km das Trauma heute zu beenden und bezeichnend für meine Form heute war wohl der Sturz den ich sauber hinlegte. Ich lief zu dicht auf Stefan auf, übersah einen Ast und es legte mich so richtig hin. Siehe Bild oben! Hallo ! Ich stürze nie-oder wenigstens ganz selten! Das ist mein Gelände und nun hebelt mir so eine vermaledeite Wurzel die Füße weg! Beide Waden leicht gezerrt (deshalb ging ich auch den letzten Kilometer) und später macht sich  auch meine linke Problemferse wieder bemerkbar, jeder Schritt ein Stich in die Ferse. Ich hatte schon gehofft die Sache wäre gegessen, war aber wohl nicht so. Werde wohl nach dem HM in Stuttgart mal danach sehen lassen.
So und nun sitze ich nach 26km mit etwa 600Hm da und fühle mich als ob eine Dampfwalze mich überrollt hätte und dabei genüsslich über den Beinen noch rangiert hätte. Müder wie nach dem Rensteiglauf .Körperlich und auch seelisch. Zum Glück laufe ich ja schon eine Zeitlang und weiß, dass du gegen deine Tagesform keine Chance hast. Es gibt solche Tage, aber so ein Einbruch zehrt schon ganz schön am Selbstbewusstsein und macht mir wieder klar : Jeder Lauf will erst einmal gelaufen werden-und Demut kommt vor dem Fall. Im wahrsten Sinn des Wortes!


Jens entschwindet hinter dem nächsten Felsen

Perfektes Wetter-perfekte Strecke
 

Was für ein Überlebnswille
Stefan geht voran
 
Stefan und Jens
Noch voll im Saft


Stefan...

...Jens...
...und ich :-)
Wo auf dem Bild ist Stefan zu sehen? :-) Nun er wollte sich halt hinter dem "Hundekopf" verstecken
Aufsteiger

Freitag, 7. Oktober 2011

Es sind die kleinen Entscheidungen...


die oft schwer fallen . Nehmen wir den gestrigen Abend. Es regnet, es stürmt und überhaupt ist es mieses Wetter. Sollte jetzt einer sagen "Die Natur braucht den Regen"kann er gerne mal eine Nacht draußen bleiben-ohne Schlafsack. Wir zündeten lieber den Kamin an, ich surfte ein bisschen im Netz wohlwissend dass die Geißel oben auf der Galerie wartete. Die Geißel ist allerdings eher was fürs Hirn, denn sie ist eigentlich ein Marathonplan. Ein Weichei-Marathonplan, genau gesagt von Herrn Steffny. Jedenfalls sehen das die Greif-Jünger so. Mir reicht es jedoch und Herrn Greif traf ich einmal beim Berlin Marathon und war so was von unfreundlich, dass ich darüber eigentlich gar nicht sprechen will.
Also zurück zur Geißel deren Geisel ich nun freiwillig bin (Cool habt ihr gemerkt wie ich die beiden Worte sensationell in einem Satz verknüpft habe) Ich will es ja in Frankfurt noch einmal wissen und um zu diesem Wissen zu kommen gehört nun mal ernstes Training und davon bin ich ja nicht so der Freund. Und dazu das Wetter gestern-nee da fällt mir doch bestimmt eine Ausrede ein.
Habe keine Klamotten-Quatsch der Schrank ist voll eigentlich habe ich nur Laufklamotten (sagt Pia)
Ich bin übertrainiert- Muhhaaha von was denn ??? Die 10km am Denstag in 60 Minuten waren für Pia hart, aber für mich jetzt nicht.
Ich bin nicht gut drauf- na deswegen sollte ich ja laufen!
Im Wald ist es gefährlich-ach ja?? Schon jemals vom Reh überfallen worden, vom Fuchs ausgeraubt oder von Exhibitionistinnen belästigt ? Siehste! Und außerdem geht es auf die Straße!
Es wird dunkel- es gibt Lampen
Mein Hals kratzt und ich habe zu wenig Schlaf- 6 Stunden müssen reichen und du läufst mit den Beinen, nicht mit der Zunge
Es ist ein Sauwetter-ok, das lass ich gelten.
Und gerade als ich mich mit dem Gedanken anfreunde eine der Gründe zu akzeptieren da ruft meine Frau aus dem Wohnzimmer : Wir gehen aber noch, oder?
Und schon ist alles hinüber, die Gründe abgeschmettert und der Schweinehund deprimiert.Warum schaut sie nicht noch ein bisschen fern?
Egal es ist entschieden !
Gerade als wir uns umgezogen haben, regnet es stärker-ich wollte schon im Garten ein Arche bauen für den Fall der Fälle, aber nichts-esist des Weibes Wille ist meines Schweinis Todesstoß!
Also lange Hosen an (Igitt wie widerlich und so was soll ich nun die nächsten Monat wieder tragen, als Robin Hood im Wald unterwegs?) Forerunner raus ins Wasser (Regen) gelegt und schnell die Schuhe an. Aus Trotz ziehe ich die leichtesten an, die am schnellsten durchnässt werden, vielleicht zieht dann die Mitleidstour. Die Hoffnung stirbt zueletzt.
Nun ist es auch richtig dunkel, was den Vorteil hat man sieht den Regen und den grauen Himmel nicht mehr. Die Strecke ist ein Rundkurs durch ein Pirmasenser Viertel, dass durch seien kläffenden Hunde am Zaun und vor allem /der geneigte Leser erinnert sich/ durch phantasievolle nur "leicht" überfrachtete Weihnachtsdeko besticht. Aber jetzt noch nicht. Sie führt über 4 km einmal rum, besteht aus zwei Fast-Geraden und am Ende zwei Kurven- wie der erste Kurs wenn man eine Autobahn zu Weihnachten bekommt. Nur rasen hier die Läufer, oder so. Sie hat gerade am Ende ne fiese kleine Steigung aber pro Runde nur 30 HM-also auf 4km. Und flach ist ja eher selten bei uns.
Gerade beim loslaufen hat der Wettergott ein Einsehen- es hört auf zu regnen-und ich hab die langen Strampler an! Lacht da einer ?Wehe!
Auf dem Plan steht 4 mal 3000m in 15 Minuten also...rechenrechen..5Min/km-mein geplantes Marathontempo. Oh gott wie soll ich das 42km durchhalten? Da ich ein schlauer Fuchs bin habe ich sofort den Plan umgestellt auf 3 mal 400o m in jeweils 20 Minuten. Das wären dann 3 Runden. Pia läuft nur etwa 2 Runden und gemütlicher. Tauschen wollte sie nicht. Pah !
Um einigermaßen das Training zu genießen laufe ich mit Musik! Angefangen mit "Rammstein" über "Subway to Sally" und "Enomine" ist alles laute und schnelle dabei. Den ersten Kilometer ist einfach ätzend, denn ich laufe mich nicht ein und überhaupt brauch ich ein paar Kilometer zum warm werden. Trotzdem 4:42, ok kleiner Vorsprung. Die Straßenbeleuchtung ist zwar vorhanden aber zum Ablesen des FR zu dunkel und meine Augen nicht mehr die besten. Wären sie das noch hätte ich auch den Köter früher gemerkt als er urplötzlich seine gefletschten Zähne über den Zaun mir entgegen streckte und heißer kläffte-bringt den Puls auf Trab! Zweiter Kilometer 4:44 es geht um die Kurve und auf der anderen Seite zurück-und die zieht sich. Zweiter Köter (bzw es waren dieses mal zwei die noch Hunger hatten) und der dritte Kilometer in 4:59- es ging bergauf. Nun kommt meine Musik zur Geltung, sie treibt mich an, ich wechsle auf die Straße (keinKöteralarm), laufe, hechle wie Lassie und schaffe auch den letzten Anstieg um dann mit 4:50 zu beenden. Für die ersten 4km also 19:17 Minuten. Gut gemacht Brauner! Kurze Pause, auf Pia warten und los zur zweiten Runde-dieses Mal gebe ich Pia die Kopfhörer und versuche es so. Ist anstrengender und man hört die Köter besser, wenn ihr Fressen vorbei läuft-ich hatte es schon wieder vergessen wo der war. Egal durchgebissen und die Runde in 19:14 beendet. Zwar nur 3 Sekunden schneller als vorher aber 45 Sekunden unter der geforderten Norm von Steffny.
So jetzt aber wieder Musik zu mir ! Kaum aufgesetzt läuft:

Passt doch !Es ist dunkel, feucht und ich meine ab und zu die Glocken zu hören. Und ich lauf. Ich weiß nicht wie laut ich schnaufe, wie meine 80kg auf den Asphalt klatschen-aber ich sehe keine Leute mehr außer mir auf der Straße- sind wohl geflüchtet-bis auf den Köter..
Noch zwei Kilometer, jetzt wird es hart und es läuft :



Also ehrlich wenn der Wecker klingelt , der Refrain kommt dann fliegen meine Füße, das geht gar nicht anders! Und dann noch


Und die Musik hämmert, triebt mich weiter-wie konnte ich heute nicht laufen wollen- noch ein paar Meter, Gas geben und fertig. Fix und fertig. Fühlt sich gut an. Kann wohl keiner verstehen der hinter den Gardinen steht oder auf der Couch sitzt.
18:36 auf 4km bei der letzten Runde- Geil ! Grins ! Keuch und glücklich.
Zu HAuse angekommen sind wir beide froh, lachen über die die es nicht verstehen werden, haben den Schweinis in uns gezeigt wer Herr im Hause ist, jedenfalls diese Mal.
Und heute? Natürlich habe ich jetzt eine gereizten Hals, leicht entzündet und auch sonst fühle ich mich nicht so gut. Aber das geht weg. Und die Sonne schien heuet Abend-wie langweilig.
Und am Sonntag stehen 32 km auf dem Plan. 22 im 5:50iger Tempo und die letzten 10 im 5:15er. Mal sehen was für Ausreden mir einfallen. Regnen soll es schon mal!