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Montag, 1. November 2010

Wenn das Laufen an sich fast zur Nebensache wird- Frankfurt Marathon 2010

Hört sich blöd an, ist aber so.
Als wir um 4:40 Uhr (!) geweckt wurden, sah das alles noch nicht so rosig aus- es regnete! Sollte meine Serie gebrochen werden? Sollte ich wirklich einmal einen Marathon im Regen laufen müssen? Gut ändern kann man es nicht und Regenläufe hatte ich ja bisher mehr als genug. Gut gefrühstückt, noch einmal alles überprüft und um 5:45 fuhren wir los. Natalia musste leider im eigenen Wagen folgen, da der Alfa wirklich keinen Platz für 3 Personen hinten bietet. Selbst für Alisha und Ewald war es schon sehr eng. Auch unterwegs regnete es ab und zu, doch kurz vor Frankfurt hörte es zum Glück auf. Vom Parkplatz fuhren wir mit dem Shuttlebus zum Marathon.
Auch wenn ich dieses Jahr schon zum 5. Mal dabei war, fasziniert mich das ganze drumherum doch noch immer. Während Natalia und ich schon unsere Startunterlagen abholen und die Kleiderbeutel abgegeben konnten, musste Pia noch warten denn von den Radiergummis war noch nichts zu sehen.
Aber dafür trafen wir Gerd schon gleich bei der Kleiderabgabe! Schön ihn mal wieder zu sehen und Gesprächsstoff gab es genug. Ich versuchte ihn auch zu einem gemeinsamen Lauf zu überreden, aber er meinte es wäre einfach ein bisschen zu schnell für ihn- wollte ich doch Natalia zu sub 4 Stunden begleiten.
Endlich eine knappe halbe Stunde vorm Start kam Monika von der Radiergummistaffel und konnte Pia ihre Unterlagen übergegen.
10 Minuten vor dem Start drängten wir uns in die Startblöcke. Umfallen, bücken unmöglich! Hat ja auch was für sich. Ich lief im T shirt und kurzen Hosen, während Natalia noch eine Jacke an hatte. Pia, die weiter hinten startete hatte einen langarmigen Pulli und ein Shirt darunter, was sich alsbald als viel zu warm erwiesen sollte, denn 1 Minute vorm Start kam die Sonne raus !
Also doch, ich laufe Marathon nur bei schönem Wetter ;-)
Dreieinhalb Minuten nach dem Startschuss überquerten wir die Startlinie und ich schaute gleich nach rechts um meine Tochter zu finden, doch bei den vielen dichtgedrängten Zuschauern hatte ich keine Chance.
Hier hat uns Alisha noch von hinten erwischt:
So schnell müsste man einmal sein
Impressionen kurz nach dem Start
Zum Lauf selbst:
Es war einfach klasse. Kurz zusammengefasst war es einfach: Hier der Start- dort das Ziel und dazwischen 42 km Zusammensein mit Gleichgesinnten.
Alles war sehr leicht, fast zu leicht im Gegensatz zu einigen anderen Marathon die ich schon gelaufen war. Ich wartete auf einen Einbruch der aber nicht kam. Ich konnte die Umgebung beobachten, mit den Zuschauern am Rand Witze machen, sie anfeuern uns anzufeuern, machte Bilder
und redete locker mit Natalie. Kein Tiefpunkt, kein Wehwechen- nichts, nur Spaß und Freude.
Unser Ziel war,obwohl es natürlich keiner von uns beiden so sagen wollte, dass Natalia unter 4 Stunden laufen sollte. Möglich wäre dies, doch so ein Marathon ist eben lang und hat seine eigenen Gesetze. Die meiste Zeit musste ich sie bremsen und doch lagen wir schon bei den ersten Zwischenzeiten vor unseren geplanten Zeiten. Und es lief einfach. Wir plauderten, und schwitzen, denn es war jetzt doch ziemlich warm. Über 15°- für Anfang November schon erstaunlich. Ich dachte an Pia die nun sicher um einiges mehr schwitze in ihren Klamotten.
Kilometer 5, 10. 15 kamen und gingen und immer noch quatschten wir, beobachteten wir.
Halbmarathon in knapp 1:58- alles im Lot. Auch die folgenden Abschnitte verliefen gut, hatten sogar zwischen km 20 und 25 unsere schnellsten Zeiten mit einem 5:24er Schnitt. Die Strecke kannte ich ja nun schon zur Genüge, auch die elendliche Brücke und die laaaange Mainzer Landstraße, doch die Zuschauer waren so fantastsich, die Bands machten so gute Musik- ein oder zwei Mal bekam ich richtig Gänsehaut und voller Endorphine beschleunigten sich meine Schritte automatisch-aber für Natalia war das dann doch etwas zu schnell. Kilometer 30 in knappen 2:47 und Kilometer 35 in 3:15- eigentlich konnte nichts mehr passieren- und das tat es auch nicht. Unser Blogger Freunde (Eva { MissMonster}, Julia {Pienznäschen}, Melanie, Steffen{Runningfreaks} und Hannes, erwarteten uns bei km 36 (ich hatte uns vorher telefonisch angemeldet :-) ) und noch einmal bei km 41- das tat nochmal so richtig gut. Danke an Euch, mir wurde richtig warm ums Herz. Zwar musste Natalia dem hohen Tempo nun etwas Rechnung tragen und wurde etwas langsamer, aber an den sub 4 war nichts mehr zu rütteln ! Mit knapp unter 3:58 überquerten wir auf dem roten Teppich die Ziellinie. Glücklich und entspannt konnte ich mich der Verpflegung dahinter zuwenden. Weiter Kilometer wären heute kein Problem gewesen, das Tempo zwischen 5:30 und 5:45, passt einfach zu mir, taugt für weite Strecken ohen zu großen Substanzverlust. Und, ganz wichtig, ich hatte von Anfang an, ab Kilometer 8 regelmäßig gegessen, ca. alle 5 Kilometer ein Gel gegessen und jeden Getränkestand ausgiebig besucht. Seit ich dies tue, fühle ich mich wesentlich besser. Danke für deinen Tip Steffen!
Resume:
Frankfurt war wieder richtig klasse. Wahnsinns Zuschauer (auch wenn ich immer :" Klasse Melanie, weiter so! " hörte - mich feierte nie einer an, bis ich mich einmal umdrehte und demonstrativ auf meinen Namen zeigte-was aber sofort Wirkung zeigte ;-) ), eine Stimmung zum Gänsehaut kriegen und der Zieleinlauf unübertreffbar! Natürlich werde ich nächstes Jahr beim 30. Frankfurter Marathon wieder dabei sein.
Aber nach dem Lauf kam das eigentlich wichtige. Mich mit Pia drücken die ebenfalls einen tollen Staffellauf hatte
und dann das Treffen mit den Bloggern und -ich möchte es einfach mal so sagen- unseren Freunden. Während ich Malanie, Steffen, Hannes und Gerd schon kannte, konnte ich nun zum ersten Mal Eva und Julia leibhaftig kennen lernen.
Leider machte mein Accu kurz vorm Zieleinlauf schlapp, so dass ich keine Bilder mehr machen konnte, zum Glück konnte Alisha aber noch mit unserer Kamera aushelfen.
Ein anschließendes kleines Essen mit vieeeeel Geplauder krönte den Tag. Und wieder bin ich froh ein Läufer zu sein, so viele liebe Menschen durch das Laufen kennen gelernt zu haben.
Wie oben geschrieben- das Laufen war fast nebensächlich, das Erlebnis war das was zählte.
Wie schnell sich eine Läuferin die dieses Jahr erst begonnen hatte zu laufen, vor 6 Wochen ihren ersten Marathon lief und nun unter 4 Stunden bei ihrem ersten Marathon ins Ziel kam, steigern kann ist fast unglaublich. Ich glaube, wenn Natalia gesund bleibt kommt da noch so einiges und vielleicht begleitet sie mich dann mal auf meinem Versuch von sub 3:30. Wer weiß.
Mein besonderen Dank gehört dieses Mal Alisha und ihrem Freund die uns trotz begonnenen stressigen Studiums gestern den ganzen Tag (und das waren fast 18 Stunden) begleitet , uns unterstützt wo immer möglich und einfach da waren. Danke ihr beiden!
Heute nutzen wir das wiederum herrliche Wetter zu einem kurzem Spaziergang durch den Strecktal Park
und genossen es einfach. Schmerzen, Muskelkater hatte ich keine, aber auch mein Gewicht war heute morgen um kein Gramm leichter als gestern :-) Von wegen, Laufen macht schlank ;-(
Morgen Abend werde ich wieder mit Pia im Wald unterwegs sein und bestimmt werden wir den gestrigen Tag noch mehrmals Revue passieren lassen.
Weitere Bilder:

Der Sieger (unter 2:05!!!)
Der Zieleinlauf in der Festhalle:
und eine weitere Medaille aus Frankfurt